Lateralitätsbahnung nach P. Dennison (DLB)

Herr Dennison widmet sich seit den 60er Jahren der Ursachen und Behandlung von Lernschwierigkeiten. Seine Erkenntnisse flossen in das Therapie- und Schulungskonzept BrainGym® ein.

 

BrainGym® wird eingesetzt zur Unterstützung des Lernens bei Kindern und Jugendlichen in der Schule. Trotzdem haben die Übungen auch im Beruf und im Sport Fuß gefasst. Der Hauptgrund mag sein, dass gezielt die Leistung verbessert werden kann. Außerdem sind viele Übungen ausgezeichnet dazu geeignet, Stress abzubauen.

 

Vielen Kindern fällt es schwer, sich über längere Zeit zu konzentrieren oder ausdauernd zu lernen und auch zu lesen. Das Programm umfasst 26 teilweise sehr einfache Bewegungs- und Energieübungen, die der Verbesserung von Koordination (Lateralitätsübungen), Konzentration (Fokussierungsübungen) und von Verstehen, Kommunizieren und Organisieren dienen (Zentrierungsübungen). In der Praxis zeigt sich, dass die Verarbeitungsgeschwindigkeit durch die Verknüpfung der rechten und linken Gehirnhälfte deutlich zunehmen kann.

 

Die einfachen Übungen sprechen das Gehirn direkt an und helfen seine verschiedenen Anteile zu integrieren. Sie fördern Aufmerksamkeit, Aufnahmefähigkeit, Konzentration und Durchhaltevermögen und erleichtern das Lernen dadurch ganz allgemein.

 

„Es genügt, zwischendurch einige wenige Minuten zu investieren. Die drei Dimensionen: Im BrainGym® werden die drei Dimensionen Lateralität (links / rechts), Zentrierung (oben / unten) und Fokus (vorne / hinten) unterschieden. Die Lateralität steht für die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften. Die Schlüsselfähigkeiten der Lateralität sind die Sprache, das Lesen und das Denken. Es geht dabei um die Aufnahme und Abgabe von Informationen, mit anderen Worten um das intelligente Verhalten eines Individuums. Der analytische Teil des Systems (normalerweise die linke Hemisphäre des Großhirns) arbeitet vom Detail zum Ganzen. Das Gestalt-Hirn (normalerweise die rechte Großhirnhemisphäre) arbeitet vom Ganzen zum Detail. Die integrierte Kommunikation, welche das Ziel der Lateralitätsübungen sind, ermöglicht dem Menschen einen leichteren Zugang zu den komplexen Fähigkeiten beider Hirnhälften. Die Zentrierung beinhaltet die mental-emotionale Beziehung zwischen Körper und Gehirn. Die Schlüsselfähigkeiten der Zentrierung sind die Organisation, die Orientierung sowie die Zusammenarbeit von Gefühl und Verstand. Ob wir uns in unserer Umgebung zurechtfinden, hängt von der Organisation unserer Reflexe im Körper ab. Sind die Nervenreflexe des Körpers intakt, besteht Integrität zwischen Kopf und Herz sowie Körperoberteil und -unterteil. Die Zentrierung steuert auch die Zusammenarbeit der Fähigkeit zur abstrakten Vorstellung und dem fühlenden und empfindenden Mittelhirn. Die Fokus-Dimension repräsentiert die Beziehung zwischen der Vorder- und Hinterseite des Körpers und entsprechend des Stirn-, Schläfen-, Scheitel- und Hinterhauptlappens der Großhirnhemisphären. Die Schlüsselfähigkeiten des Fokus sind die Aufmerksamkeit, die Konzentration und das Verständnis. Als Folge von falscher Fokussierung können Verkürzungen von Muskelfasern durch den Sehnenreflex auftreten. Auch Hyperaktivität und Konzentrationsmangel werden dadurch oft verstärkt oder ausgelöst. Sämtliche BrainGym® Übungen sind darauf ausgerichtet die Zusammenarbeit und Harmonie dieser drei Dimensionen zu verbessern.

 

Studie über Brain Gym®mit edukinestetischen Übungen:

 

Dr. phil. Jochen Donczik (Kinder- und Jugendpsychotherapeut) überprüfte 1994 im Rahmen einer Pilotstudie, wie sich edukinestetische Übungen auf die Leseleistungen (Fehlerquote und Lesegeschwindigkeit) von 63 Legasthenikern im Alter von 9 bis 14 Jahren auswirken. In einem Prä-Posttest-Vergleich konnte er zeigen, dass sich die Leseleistungen bereits nach einmaliger Brain Gym®-Übung signifikant verbesserten. In einer 15-monatigen Langzeitstudie wurde zusätzlich die Langzeitwirkung von edukinestetischen Übungen auf die Leseleistung überprüft. Auch hier ergaben sich signifikante Verbesserungen der Leseleistungen. In einer Nebenuntersuchung wurden weiter anhand einer Stichprobe von 45 Therapiekindern eine Erhöhung der kognitiven Geschwindigkeit sowie signifikante Verbesserungen bei Lern- und Gedächtnisleistungen nachgewiesen. (Die Sprachheilarbeit39 (1994)5; 207-305)“ Quelle: www.edudoc.ch, Schulblatt 5-6, 2007.